Historisches

Die Geschichte des katholischen Blindenwerk NRW e. V.

Alles begann im Jahr 1954. Da wurde in Berlin die erste katholische Blindenorganisation ins Leben gerufen. Jedoch nicht als eigener Träger, sondern als dem deutschen Caritasverband in Freiburg frei angegliedert. Die Interessen dieses Vereins nahm Herr Pater Dr. Robert Swoboda wahr, der am 8.7.1970 verstarb. Zu diesem Zeitpunkt hegte man noch die Befürchtung, die konfessionellen Blindenorganisationen könnten als Konkurrenz zu den staatlichen Blindenorganisationen aufgefasst werden.
Ende August 1967 fand in Rom ein internationaler katholischer Blindenkongress statt. Alle Vertreter fassten dort den Entschluss, sich in den Ländern rechtlich eigenständig zu organisieren.
Im Sommer des Jahres 1967 wurde der damalige Caritasdirektor Herr Pfarrer Karl-Theo Schultebraucks zum Blindenseelsorger des Erzbistums Paderborn ernannt. Da er nicht genau wusste, wo er anfangen sollte, nahm er Kontakt zu Herrn Heinz Tolzmann auf. Dieser blinde und katholische Kaufmann aus Berlin war Anfang der 60er Jahre schon im Vorstand der damaligen Westfälischen Blindenarbeit in Dortmund und leitete zusammen mit seinem sehenden Kollegen Herrn Josef Graefenstein die Produktion und den Vertrieb von Produkten, die in den Blindenwerkstätten produziert wurden. Nach vielen Gesprächen und Diskussionen trafen sich im Februar 1968 alle katholischen Blinden aus Dortmund und Umgebung im alten Christinenstift zu einer Versammlung.
Anlässlich einer Marienwallfahrt nach Werl, gründete man dort am 13.09.1969 das Katholische Blindenwerk NRW e. V.
Die erste Vorstandssitzung fand in Essen Rüttenscheid am 9.5.1970 statt. Der Kassenbericht schloss damals mit einem Defizit von 686,35 DM ab.
Damals wurde Herr Heinz Tolzmann zum Vorsitzenden des Vereins gewählt. Er übernahm seine aufgaben ehrenamtlich. Genauso wie der Kassenwart Herr Josef Graefenstein. Herr Tolzmann organisierte Fahrten in die Bischofsstädte Paderborn 1970, Köln 1972, Münster 1974, Aachen1976 und Essen 1978.

Am 1.10.1974 nahm in Iserlohn die Diözesanstelle für Seelsorge an Blinden Seh – und Hörgeschädigten im Erzbistum Paderborn ihren Dienst auf. Ihr Leiter war der Pfarrer der Aloysius Gemeinde in Iserlohn Karl-Theo Schultebraucks sein Sekretär, Herr Josef Graefenstein. Da beide auch Mitglieder des Malteser Ritterordens waren, konnte man von 1975 bis 1982 in Rixdorf bei Plön ein Blindenerholungsheim  übernehmen und auf eigene Kosten renovieren. Der Eigentümer des Hauses, der Graf von Westphalen, mit Sitz in Meschede überließ dem Kath. Blindenwerk das Haus kostenlos.
Ab 1982 bis zum 31.03.2006 übernahm das Blindenwerk das Haus, renovierte es nochmals, stattete es mit Duschen und WC aus, erneuerte das Dach und ermöglichte dadurch vielen blinden und sehbehinderten Kindern und Jugendlichen sowie anderen Behinderten eine schöne und erholsame Urlaubs und Ferienzeit.
Aber durch behördliche Auflagen, die das Kath. Blindenwerk nicht mehr leisten konnte, musste das Haus im Jahr 2006 geschlossen werden. Seitdem ist das Schicksal des Hauses ungewiss.
Nach dem Tod von Pfr. Karl-Theo Schultebraucks am 31.01.1983 übernahm zunächst ehrenamtlich Pfarrer Adam Cisek seinen Platz ein. Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst als Religionslehrer an den Berufsschulen Dortmund, wurde er 1994 hauptamtlich als Leiter der Diözesanstelle eingesetzt.

Während seiner Amtszeit fanden viele Fahrten statt, so z.B. Werl 1986, Lourdes 1987, eine Polenpilgerreise 1988, eine Pilgerreise nach Monserat 1989 und die 20 Jahrfeier des KBW NRW am 23.9.1989 in Werl. Leider erkrankte Herr Prälat Adam Cisek  im November 1999 schwer und verstarb am 7.1.2005 in Berlin.
Ab Mitte 2000 übernahm sein Landsmann Pastor Dr. Leo Polednik sein Amt. Zunächst ehrenamtlich und nach Ausscheiden als Gemeindepastor hauptamtlich.
Am 1.7.1991 übernahm Herr Ralf Althaus die Geschäftsführung des Vereins nachdem Herr Graefenstein in seinen wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurde. Zum gleichen Zeitpunkt wurde die Geschäftsstelle von der Kuithanstr. In die Räume der St. Anna – Gemeinde in die Rheinische Str. verlegt.
1992 konnte man zum 25. Mal eine Seniorenfreizeit ins Internationale Blindenzentrum Landschlacht/ Schweiz durchführen. Ab 1993 fanden 4 mal Taubblindenfreizeiten mit religiösem Hintergrund  im Blindenheim in Valbert statt.
Wallfahrten nach Verne, Eggerode, Münster sowie das 30 jährige Jubiläum am 16.10.1999 nach Bochum-Stiepel sind nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was unternommen wurde.
Regelmäßige Treffen in den einzelnen Diözesen, Exerzitien zunächst in Essen-Heidhausen dann im Immaculata-Haus in Paderborn sowie die Ökumenische Woche im Aua- Zentrum  Bad-Meinberg, die anlässlich einer Pilgerreise nach Israel im Mai 1978 ins Leben gerufen wurde. Seitdem treffen sich jedes Jahr evangelische und katholische Christen, um Gemeinsamkeiten des christlichen Glaubens zu erörtern.
Im Jahr 1997 wurde der Gründer des KBW NRW Herr Tolzmann von seinem Stellvertreter Herrn Heribert Lenger mit einem festlichen Akt im Kolpinghaus Dortmund verabschiedet. Leider verstarb Herr Tolzmann im Jahr 2000 nach langer schwerer Krankheit.
Veränderte wirtschaftliche und personelle Umstände prägen die Jahre nach 2000. Nachdem im Jahr 2006 das Blindenerholungsheim in Rixdorf aufgegeben werden musste, konnte man durch glückliche finanzielle Umstände in Laboe an der Kieler Förde eine Ferienwohnung erwerben. Diese konnte ab 2004 in Betrieb gehen und ermöglicht so auch weiterhin Blinden und Sehbehinderten Menschen günstig Urlaub zu machen.
Im Jahr 2004 feierten wir in Münster das 35 jährige Jubiläum und am 5.9.2009 das 40 jährige Jubiläum in Dortmund. Im Jahr 2007 musste die Geschäftsstelle auf Grund struktureller Umstellungen noch einmal umziehen. Sie befindet sich jetzt im Kath. Centrum Propsteihof 10 in Dortmund.